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Grundkenntnisse des EV-Ladens

Grundkenntnisse des EV-Ladens

Sie planen sich ein E-Auto zu kaufen oder haben sich bereits eines gekauft, jedoch verlieren Sie den Überblick zwischen AC/DC-Säulen, unterschiedlichen Ladeanschlüssen und Ladekabeln, kW / kWh und vielem mehr? Dann sind Sie hier genau richtig!

Die Unterscheidung von kW und kWh:

Achtung Verwechslungsgefahr! Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass es sich hierbei um dieselben Einheiten handelt. Aber was genau ist der Unterschied?

  • kW: mit kW ist die aktuelle Leistung der Ladesäule gemeint.
  • kWh: diese Einheit hingegen misst die tatsächlich an das Auto abgegebene Energie.

Beispiel: Laden Sie Ihr Auto eine Stunde lang an einer 22 kW Typ 2 Ladestation, müsste Ihr Fahrzeug 22 kWh an Energie aufgenommen haben.

Die Unterscheidung von AC- und DC-Ladungen:

Wechselstrom (AC)

Strom der durch unser elektrisches Netz fließt wird als AC-Strom, also Wechselstrom, bezeichnet. Jedoch können die Batterien unserer E-Autos lediglich Gleichstrom (DC) aufnehmen und speichern. Aus diesem Grund besitzt jedes Elektroauto einen sogenannten AC/DC-Konverter der dafür zuständig ist, den Wechselstrom in Gleichstrom umzuwandeln. Da diese Umwandlung zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt, dauert die Ladung Ihres E-Autos an einer AC-Ladestation wesentlich länger. In der Regel sind diese Stationen mit einer Leistung von bis zu 22 kW ausgestattet.

Gleichstrom (DC)

Der Vorteil einer DC-Ladestation ist, dass diese selbst mit einem AC/DC-Konverter ausgestattet ist. Folglich kann die Energie direkt in die Batterie des E-Autos eingespeist werden, ohne dass das die Umwandlung von AC- in DC-Strom zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Derartige Ladestationen bieten eine Leistung von aktuell bis zu 350 kW.

Die Unterscheidung der Ladeanschlüsse:

Typ 1 (Einphasig):

Dieser Ladeanschluss ist hauptsächlich in Amerika und Asien zu finden. Aber auch in Europa findet er immer wieder seine Anwendung. Stationen mit einem solchen Anschluss laden mit AC-Strom und haben eine Leistung von typischerweise 7,6 kW. 

Obwohl in Europa vermehrt auf Typ 2 Anschlüsse gesetzt wird braucht sich jemand, der ein Auto mit Typ 1 Anschluss fährt, dennoch keine Sorgen zu machen. Durch ein Adapterkabel können diese Autos problemlos auch an Typ-2-Stationen geladen werden.

Typ 2 (Dreiphasig):

Dieser Anschluss ist europaweit der Standardstecker in Sachen EV-Ladungen und wird an den meisten Ladestationen zu finden sein. Dieser liefert AC-Strom und hat typischerweise eine Leistung von 22 kW bis zu 43 kW.

Auch bei privaten Haushalten ist dieser Stecker vermehrt zu finden. Hier können bis zu 22 kW erreicht werden, an öffentlichen Ladestationen bis zu 43 kW. Obwohl er idR. AC-Strom liefert gibt es Ausnahmen. Vereinzelt sind auch DC-Typ 2 Anschlüsse zu finden, durch die die Energie direkt in die Batterie eingespeist werden kann. Zudem besitzt dieser Anschluss einen Sicherheitsmechanismus. Das Abziehen des Steckers ist, auf Grund einer Verriegelung, während des Aufladens nicht möglich.

Typ 3 (CHAdeMO):

Der CHAdeMO ist das japanische Äquivalent des europäischen Typ 4 (CCS) Steckers. Hierbei handelt es sich um ein Schnellladesystem, das DC-Strom liefert und eine Leistung von typischerweise 50 kW aufweist.

Die meisten DC-Lademöglichkeiten in Deutschland sind sowohl mit CHAdeMO als auch CCS ausgestattet. Es kann aber angenommen werden, dass sich CCS gegenüber dem japanischen Konkurrenten durchsetzen wird.

Typ 4 (CCS):

Für mehr Flexibilität eines E-Fahrers wurde der CCS-Anschluss entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine Kombination, die einerseits Wechselstrom (AC) und andererseits Gleichstrom (DC) anbietet. Obwohl in der Theorie bis zu 170 kW möglich wären, liefert dieser Anschluss in der Praxis typischerweise 50 kW – für ein zügiges laden des E-Autos ist dieser Leistung jedoch vollkommen ausreichend.

Soweit zur Theorie. Nun kann es aber passieren, dass Sie Ihr Auto an einer Station anschließen, Sie jedoch weniger geladen haben als erwartet. Um eine solche Überraschung zu vermeiden, beachten Sie folgendes:

Das interne Ladegerät des E-Autos:

Dieses begrenzt die Ladeleistung Ihres E-Autos. Beispielsweise kann der Model 3 Tesla dreiphasig mit 16A geladen werden. Dies entspricht bei einer Spannung von 220/240V einer Leistung von 11kW. Dieses E-Auto kann also mit maximal 11 kW geladen werden. Erschrecken Sie also nicht, wenn Sie an einer 22 kW Station nach einer Stunde nur 11 kWh geladen haben. 

Diese Leistung unterscheidet sich jedoch bei den unterschiedlichen Herstellern und Modellen, weshalb darüber keine pauschale Aussage getroffen werden kann.

Die Außentemperatur:

Auch die Temperatur ist ein Faktor, der die abgegebene Energiemenge einer Ladestation beeinflusst. Das Batterie Steuerungssystem passt die Leistung an die gegebene Außentemperatur an, sodass bei zu hoher oder zu geringer Temperatur die maximal mögliche Leistung (der Station oder des Autos) nicht erreicht werden kann.

Für eine schnellstmögliche Ladung muss die Temperatur zwischen 20 und 25 °C liegen. Liegt sie jedoch darüber oder darunter, wird der Ladevorgang mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Der Batteriestand:

Neben der Temperatur hat auch der Batteriestand Einfluss auf die Ladegeschwindigkeit des E-Autos. Auch hier wird bei suboptimalen Bedingungen durch das Batterie Steuerungssystem die Leistung reduziert.

Beträgt der Batteriestand Ihres E-Autos beispielsweise bereits über 80% ist es oftmals nicht ratsam, das Auto weiter laden zu lassen. Die Ladung von 80% auf 100% dauert oftmals sogar länger als von 20% auf 80%. Wenn Sie also Zeitdruck haben und nicht gerade eine lange Fahrt ansteht, kann das laden bei 80% durchaus frühzeitig abgebrochen werden.

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